Sensorreinigung von digitalen Spiegelreflexkameras

Wer eine digitale Spiegelreflexkamera besitzt, wird das Problem kennen: der Ausschnitt des Fotografierten ist perfekt, die Schärfe stimmt, die Ausleuchtung könnte nicht besser sein, jedoch befindet sich in der Mitte des Bildes ein Staubkorn. Diese Störungen treten nach einiger Zeit bei jeder digitalen Spiegelreflexkamera auf und sind unumgänglich. Grund dafür sind Schmutzpartikel und Staub auf dem Sensor der Kamerar. Bei ihm handelt es sich um einen CCD oder CMOS Sensor, welcher den empfindlichsten und am schwersten zugänglichen Teil der heutigen Spiegelreflexkamera darstellt.

Flecken auf dem Bild

Ein Foto zur Kontrolle machen

Ein genauer Test auf solche Störungen ist per Kontrollaufnahme leicht möglich. Es gibt hierfür eine Methoden, die man ganz leicht anwenden kann. Einfach eine einfarbige Fläche fotografieren, beispielsweise einen blauen Himmel. Dabei die Schärfe auf unendlich stellen und eine Blende von ca. 22 verwenden - die Blende ist wichtig, da die Flecken auf den Fotos erst ab einer hohen Blendenzahl sichtbar werden.

Entstehung von Sensorstaub

Nur wie ist es überhaupt möglich, dass sich Sensorstaub in der Kamera auf solch einem empfindlichen Teil ansammelt? Ganz einfach, hierfür reicht schon ein einfacher Objektivwechsel, bei dem zunächst Staub und Schmutz vom Objektiv in das Gehäuse der Kamera gelangen und später durch die Auslösungen weiter auf den Sensor verteilt werden. Kleinste Partikel können aber auch durch den mechanischen Abrieb innerhalb der Kamera entstehen und sich ebenfalls auf dem Sensor absetzen. Dies sind unvermeidliche Einflussfaktoren, die in keinster weiße zu verhindern sind.

Methoden zur Reinigung

Es gibt die unterschiedlichsten Methoden, um eine Reinigung des Sensors selbst durchzuführen. Doch jede hat seine Vorteile und Nachteile und der Erfolg dabei ist nicht immer garantiert. Die einfachsten und kostengünstigsten Methoden sind die “Do-it-yourself” Methoden. Man nimmt einen Blasebalg aus dem Foto-Handel und pustet damit das Gehäuse der Kamera aus. Das Ergebnis wird jedoch nicht befriedigend sein, da es fast nie möglich ist, die Schmutzpartikel komplett zu entfernen. Die Arbeit ist außerdem sehr mühsam und in der Reinigungszeit sammeln sich oft aufs Neue Staubpartikel an. Die Absaugmethode wird genauso unbefriedigend verlaufen, da manche Partikel einfach hartnäckig auf dem Sensor festkleben bleiben.

Q-Tips und Isopropanol aus der Apotheke

Es gibt aber eine erfolgsversprechende Variante mit Q-Tips, Isopropanol, gereinigtem Wasser in Verbindung mit einem Blasebalg, welcher überall in der Apotheke erhältlich ist. Die Kamera wird zuerst ausgeblasen und die Restpartikel per Q-Tip in einem Wischvorgang entfernt, die anschließend entsorgt werden. Restflusen die durch den einmaligen Wischvorgang durch den Q-Tip zurückbleiben, können im Anschluss abermals per Blasebalg weggepustet werden. Anstelle des Isopropanol gibt es auch eine spezielle Reinigungsflüssigkeit mit dem Namen Eclipse, die im Foto-Handel erhältlich ist.

Pinsel mit Motor

Außerdem gibt es noch sogenannte Reinigungspinsel, der aus besonders weichen Kunststofffasern gefertigt ist. Es ist möglich den Pinsel per batteriebetriebenen Motor außerhalb der Kamera rotieren zu lassen und statisch aufzuladen. Somit werden Schmutzpartikel noch besser und kontaktärmer aufgenommen. Bei SpeckGRABBER handelt es sich um einen Reinigungsstift der absolut abriebfrei arbeitet und dank seiner geringen Abmessungen für die Reinigung kleiner Flächen benutzt werden kann.

Reinigungs-Sets gegen Sensorstaub

Sensor-Swabs hingegen sind Tücher die in ihrer Größe speziell auf den Chip abgestimmt sind. Sie stellen eine Form der Nassreinigung dar, da sie in eine Spezialreinigungsflüssigkeit getränkt werden. Mit ihnen kann der Sensor vorsichtig feucht gereinigt werden. Nachteil: Sehr teuer.

Methoden mit Klebefilm

Eine andere Möglichkeit stellt DiscoFilm dar. Bei ihr handelt es sich um eine durchsichtige, wasserlösliche Flüssigkeit mit einer Viskosität von Honig die aufgetragen wird und im Anschluss trocknet. Innerhalb einer Stunde bildet sie eine dünne Folie, in der nun alle Schmutz- und Staubpartikel eingeschlossen sind. Zu guter allerletzt kann diese Folie ganz einfach durch Abziehen entfernt werden und ihr CCD-Sensor ist von jeglichen Schmutz befreit. Ursprünglich fand die Methode Anwendung bei der Reinigung von Schallplatten.

Die letzte bekannte Methode ist die des Scotch Magictape Klebeband. Es wird vorsichtig auf die Anti-Aliasing-Filter des Aufnahmesensors geklebt und im Anschluss behutsam abgezogen. Sämtlicher Dreck auf dem Sensor bleibt dabei am Klebeband haften und wird beim abziehen rückstandsfrei entfernt.

Zurück zum Hersteller

Wem der Mut zur eigenen Reinigung der Kamera fehlt, hat bei vielen Herstellern die Möglichkeit, die Kamera reinigen zu lassen. Dies ist natürlich nicht gerade billig und man muß einige Zeit auf seine Kamera warten - dafür aber völlig ohne eigenes Risiko.